Ich studiere seit Oktober 2016 bei der „DIPLOMA – Private staatlich anerkannte Hochschule in Nordhessen”. Was mich dazu bewegt hat und vieles mehr erfahrt ihr in diesem Artikel.

✍ Fernstudium, was ist das?

Ein Fernstudium ist eine parallel gesteuerte Fortbildung zum Bachelor zur Arbeit. Dies darf nicht mit dem vielen bekannten dualen Studium verwechselt werden. Während hier Arbeit und Studium zeitlich voneinander getrennt sind (beispielsweise drei Monate Studium, danach drei Monate Arbeit usw.), findet beim Fernstudium keine zeitliche Abgrenzung statt. Man nimmt wie bei vielen Hochschulveranstaltungen teil, jedoch finden diese samstags statt und man lernt von Zuhause vom Computer aus. Die Studierenden erhalten Unterlagen der Fachschule und müssen sich die erforderlichen fachlichen und methodischen Kenntnisse zum größten Teil selbst beibringen.

👍 Vorteile Fernstudium

1. Du kannst dein Lerntempo selbst bestimmen. Zwar gibt es zu jedem Fach natürlich auch Prüfungen (schriftliche Klausur, mündliche Abfrage oder Hausarbeiten), bis dahin könnt ihr euch aber selbst einteilen was und wie viel ihr bis wann lernen wollt und könnt. Habt ihr einmal eine stressige Zeit in der Arbeit, rückt das Studium mit Sicherheit ein wenig nach hinten, hast du aber einmal frei oder Zeit, so kannst du dich wieder voll und ganz dem Stoff widmen.

2. Es gibt überall Ansprechpartner, die du um Hilfe bitten kannst oder bei Fragen kontaktieren sollst. Egal, ob es sich um ein bestimmtes Fach handelt oder du Antworten zum allgemeinen Ablauf benötigst, es stehen per Brief, Anruf oder Mail die jeweiligen Personen zur Verfügung.

3. Neben deiner Arbeit, wo du Geld verdienst, kannst du deinen Bildungsgrad erhöhen. So sparst du dir Zeit und gelangst schneller an deine gesetzten Ziele.

4. Du bist an keine Räumlichkeiten gebunden. Die Samstagsvorlesungen kannst du bequem und ungeschminkt von der Couch oder dem Bett aus besuchen und hast keine Anfahrtszeiten etc. Außerdem kannst du während den Pausen weitere persönliche Erledigungen von Zuhause aus abarbeiten.

👎 Nachteile Fernstudium

1. Geld, Geld, Geld. Nichts ist umsonst – auch keine persönliche Weiterbildung. Für das Studium musst du tief in die Taschen greifen (wie viel ich zahle erfahrt ihr im nächsten Abschnitt) – bei einem Präsenzstudium habt ihr meist nur die Kosten für Lernmaterial etc. Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt: viele können das Studium von der Steuer absetzen.

2. Das Zeitmanagement ist streng getaktet. Ihr müsst jeden zweiten Samstag die Vorlesungen online besuchen, da eine virtuelle Nachholung nicht möglich ist. Verpasst ihr diese Besprechung oder habt an diesem Tag keine Zeit, so habt ihr leider ziemlich oft Pech gehabt und habt nur die Folien des Vortrages und die allgemeinen Studienhefte fürs Lernen.

3. Es existiert kein studentisches Sozialleben. Man lernt nur wenige Kommilitonen persönlich kennen oder verbringt Zeit mit diesen. Der Austausch findet per Mail, in verschiedenen WhatsApp-Gruppen oder während der Vorlesung statt. Außerdem besitzen Studenten des Fernstudiums keine freie Zeit, da sie in der restlichen Woche arbeiten müssen.

4. Seid ihr nicht konsequent genug, lasst ihr ziemlich schnell das Studium schleifen und könnt das vorgeschriebene Pensum nicht einhalten. Persönliche Interessen, Hobbys und vieles mehr müsst ihr während dieser Zeit zurück stecken und dem Lernen die volle Konzentration schenken. Solltet ihr hier nachlassen, schafft ihr schnell eure Prüfungen nicht und müsst ein Semester mehr dran hängen.


Ein Fernstudium hat Vor- und Nachteile.

💭 Meine Erfahrungen

Nach meiner schulischen Ausbildung (die übrigens auch parallel war, ich absolvierte meinen Abschluss mit einer allgemeinen Fachhochschulreife und einem Beruf) war mir klar, dass ich arbeiten will. Ich mag lernen, allerdings hat man nach 13 Jahre tatsächlich irgendwann einmal Lust auf seinen eigenen Beinen zu stehen und eigenes Geld zu verdienen. So entschloss ich mich anfangs für eine berufliche Tätigkeit. Mein Ausbildungsbetrieb warb jedoch mit einer neuen Kooperation mit der „DIPLOMA” – ein Fernstudium.
Durch meine vorherige Ausbildung würden mir auch Credit Points angerechnet werden und ich könnte mein Studium ein wenig verkürzen. Somit entschloss ich kurzerhand das Fernstudium mit dranzuhängen und begann dieses schließlich im Oktober 2016. Durch meinen bisherigen Werdegang wurden mir auch einige Fächer angerechnet, die bei mir dann schlussendlich auch abgezogen worden sind.

Für mein Studium zahle ich pro Monat knapp 230 Euro, eine ordentliche Summe für zwei Tage Unterricht im Monat.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass ich jeden zweiten Samstag Unterricht habe, die Dauer ist immer unterschiedlich: einmal ganztags von 9.30 Uhr – 16.30 Uhr oder einmal nur vormittags oder nachmittags. Da ich in der Event- und Tourismusbranche tätig bin, ist das Händeln der Termine und das Beisitzen einer Vorlesung extrem schwierig für mich. Da viele Veranstaltungen und Messen am Wochenende stattfinden, ist eine regelmäßige Teilnahme oft nicht möglich. Somit muss ich aus den zugesandten Studienheften lernen.

Es gibt drei verschiedene Prüfungsmöglichkeiten: eine schriftliche oder mündliche Klausur, wo du im Studienzentrum oder des Kooperationsunternehmens vor Ort sein und den Test schreiben oder beantworten musst oder eine Hausarbeit mit anschließender Vorstellung. Hier erhaltet ihr ein Thema oder sucht euch eins aus und schreibt darüber, danach findet von Zuhause aus eine Präsentation am Computer statt.


Ein Fernstudium ist viel Arbeit

Die Prüfungsanzahl ist in jedem Semester variabel. Da ich aber verkürzen konnte, muss ich insgesamt 13 Prüfungen schreiben bzw. vortragen und bestehen, bis ich zum Kolloquium zugelassen werde.
Sollte ich meine letzten 4 Klausuren bestehen, werde ich im Januar 2019 meine Bachelorarbeit beginnen und wäre somit Anfang September 2019 mit meinem Studium fertig.

Ob ich nun im Allgemeinen ein Fernstudium empfehlen würde? Da spaltet sich meine Meinung. Der eine Teil findet die zusätzliche Weiterbildung zur Arbeit toll – so kann ich gleichzeitig am Ende einen Bachelor und viel Berufserfahrung vorweisen. Der andere Part spricht sich aber gegen diese Form aus. Dies liegt vor allem an meiner geringen freien Zeit am Wochenende. Solltest du geregelte Arbeitszeiten von Montag bis Freitag haben, dann tust du dir mit dem Fernstudium mit Sicherheit ein wenig einfacher. Doch so oder so, du musst viel für die Weiterbildung einstecken und viel Geld (nicht nur die Monatsbeiträge, sondern auch Prüfungskosten, etc.) in die Hand nehmen. Ob euch das das alles wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Hast du Fragen zum Fernstudium? Dann stelle mir diese gerne in den Kommentaren!